Kurzantwort: Wie hoch ist die Maklerprovision, wer zahlt sie und lässt sie sich verhandeln? Was seit der gesetzlichen Neuregelung 2020 beim Kauf gilt – klar erklärt.
Maklerprovision beim Immobilienkauf: Das Wichtigste in Kürze
- Maklerprovision.
- Nebenkosten bei Preisverhandlung.
- Originalunterlagen und Rechte prüfen.
- Zustand, Nutzung und Folgekosten abgleichen.
- Kaufgrenze schriftlich festlegen.
Höhe und Aufteilung
Üblich ist insgesamt eine Provision von rund 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer, die sich in der Praxis meist hälftig aufteilt – also etwa 3,57 Prozent pro Seite. Beauftragt der Verkäufer den Makler – der mit Abstand häufigste Fall –, muss der Käufer maximal die Hälfte tragen. Wichtig: Der Käuferanteil wird erst fällig, wenn der Verkäufer nachweislich seinen Anteil gezahlt hat. Diese Teilung gilt allerdings nur für Wohnungen und Einfamilienhäuser, die an Verbraucher verkauft werden – bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbe- und gemischt genutzten Objekten oder Käufen durch Unternehmen bleibt die alte Vertragsfreiheit bestehen.
Ein Rechenbeispiel
| Position | Betrag |
|---|---|
| Kaufpreis | 300.000 € |
| Provision gesamt (7,14 %) | 21.420 € |
| davon Käuferanteil (50 %) | 10.710 € |
Über zehntausend Euro allein für den Käuferanteil – ein Posten, der in jede Kalkulation gehört und den du aus Eigenkapital zahlen solltest. (Werte beispielhaft; die tatsächliche Höhe variiert je Region und Vereinbarung.)
Teil der Kaufnebenkosten
Die Maklerprovision gehört neben Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch zu den Kaufnebenkosten. Diese summieren sich je nach Bundesland auf rund 9 bis 12 Prozent des Kaufpreises – Geld, das Banken ungern mitfinanzieren. Deshalb solltest du es als Eigenkapital mitbringen.
So verhandelst du
- Früh ansprechen: Die Provision ist kein Fixpreis – klär die Höhe, bevor du dich bindest.
- Argumente nutzen: hochpreisige oder schwer verkäufliche Objekte bieten Spielraum.
- Leistung hinterfragen: Was bietet der Makler konkret für seine Provision?
- Textform beachten: Der Maklervertrag für Wohnung/EFH bedarf mindestens der Textform (E-Mail genügt) – mündliche Zusagen sind unwirksam.
Die allgemeine Verhandlungslogik zeigt der Beitrag Kaufpreis verhandeln.
Einordnung
Die Maklerprovision ist ein großer, aber verhandelbarer Posten – und dank der Teilungsregel beim Kauf fairer verteilt als früher. Rechne sie fest in deine Nebenkosten ein und scheue dich nicht zu verhandeln. Den vollständigen Kaufprozess zeigt der Hauskauf-Ablauf aus dem ImmoFix-System. Dieser Beitrag ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
Quellen & Rechtsgrundlagen
§§ 656a–656d BGB (Verteilung der Maklerkosten bei Wohnungen/Einfamilienhäusern, in Kraft seit 23.12.2020) sowie § 652 BGB (Maklerlohn); Textformerfordernis nach § 656a BGB. Gesetzestexte: gesetze-im-internet.de. Stand: 2026 – maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung.
Maklerprovision
Die Provision hängt von Objektart, Region, Vertrag und gesetzlicher Kostenverteilung ab. Käufer müssen vor Besichtigung oder Vertragsschluss prüfen:
- Höhe einschließlich Umsatzsteuer
- Fälligkeit
- Auftraggeber und Verteilung
- konkrete Maklerleistung
- Widerrufsbelehrung bei Fernabsatz
- Doppeltätigkeit
- Provisionsanspruch bei Ersatz- oder Folgegeschäft
Die Provision wird auf den vereinbarten Kaufpreis berechnet. Ein niedrigerer ausgehandelter Kaufpreis reduziert daher häufig auch Provision und Grunderwerbsteuer.
Nebenkosten bei Preisverhandlung
Eine Kaufpreissenkung von 20.000 Euro spart nicht nur Kaufpreis, sondern häufig auch Steuer und Provision. Beispiel bei 6,5 Prozent Steuer und 3,57 Prozent Provision:
- Kaufpreisersparnis: 20.000 Euro
- Steuerersparnis: 1.300 Euro
- Provisionsersparnis: 714 Euro
Gesamte Liquiditätswirkung: 22.014 Euro, sofern die Provision entsprechend berechnet wird.
Nebenkosten als Verhandlungsgröße
Kaufnebenkosten sind überwiegend nicht wertbildend. Je höher ihr Anteil ausfällt, desto wichtiger wird ein belastbarer Kaufpreisabschlag. In der Verhandlung sollte deshalb nicht nur mit einem abstrakten Quadratmeterpreis argumentiert werden. Aussagekräftiger ist die Gesamtrechnung: Kaufpreis, Steuer, Notar und Grundbuch, Vermittlung, sofortige Arbeiten und Reserve. Ein scheinbar kleiner Preisnachlass kann darüber entscheiden, ob Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden können oder eine teurere Finanzierungsschicht entsteht.
Hauptbestandteile
- Grunderwerbsteuer
- Notarkosten für Kaufvertrag und Vollzug
- Grundbuchkosten
- Notar- und Grundbuchkosten der Grundschuld
- Maklerprovision
- Gutachter- und Beratungskosten
- mögliche Vermessungs-, Genehmigungs- oder Erschließungskosten
- Gebühren für Register, Auskünfte und Bescheinigungen
Von der Information zur Kaufentscheidung: Maklerprovision beim Immobilienkauf
Empfohlener Arbeitsablauf
- Entscheidungsfrage, Zielwert und Ausschlusskriterien festlegen.
- Belegte Werte, Annahmen und offene Punkte getrennt erfassen.
- Finanzielle und zeitliche Folgen in Basis- und Belastungsfall berechnen.
- Fachprüfungen, Bedingungen und nächsten Termin dokumentieren.
- Erst danach freigeben, nachverhandeln, anpassen oder stoppen.
Fachliche Grenze
Bezogen auf Maklerprovision beim Immobilienkauf: Bei offenen Genehmigungen, nicht erklärbaren Feuchtigkeits- oder Tragwerksrisiken, widersprüchlichen Flächen oder wertrelevanten Rechten sollte die Entscheidung bis zur fachlichen Klärung pausieren.
