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Hauskauf-Nebenkosten: Kostenliste

Grunderwerbsteuer, Notar, Makler & Co.: Welche Nebenkosten beim Hauskauf anfallen, wie hoch sie je Bundesland sind und wie du sie realistisch einplanst.

Hauskauf-Nebenkosten: Kostenliste

Kurzantwort: Grunderwerbsteuer, Notar, Makler & Co.: Welche Nebenkosten beim Hauskauf anfallen, wie hoch sie je Bundesland sind und wie du sie realistisch einplanst.

Nebenkosten beim Hauskauf: Das Wichtigste in Kürze

  • Nebenkosten-Checkliste.
  • Weitere mögliche Nebenkosten.
  • Originalunterlagen und Rechte prüfen.
  • Zustand, Nutzung und Folgekosten abgleichen.
  • Kaufgrenze schriftlich festlegen.

Die vier großen Posten im Überblick

Kostenpunkt Üblicher Rahmen Bei 400.000 € Kaufpreis
Grunderwerbsteuer 3,5–6,5 % (je Bundesland) 14.000–26.000 €
Notar & Grundbuch ca. 1,5–2 % 6.000–8.000 €
Maklerprovision häufig ca. 3–3,6 % inkl. MwSt. je Seite 12.000–14.500 €
Gutachter (optional) einige Hundert bis wenige Tausend € nach Aufwand

1. Grunderwerbsteuer: der größte Pflichtposten

Die Grunderwerbsteuer legt jedes Bundesland selbst fest. Die Spanne reicht von 3,5 Prozent (z. B. Bayern) bis 6,5 Prozent (u. a. Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland). Sie wird auf den beurkundeten Kaufpreis erhoben und ist Voraussetzung dafür, dass du später als Eigentümer ins Grundbuch eingetragen wirst: Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung aus.

Spar-Hebel: Bewegliches Zubehör wie Einbauküche, Sauna oder Markisen kann im Kaufvertrag gesondert ausgewiesen werden – auf diesen Anteil fällt keine Grunderwerbsteuer an. Wichtig: realistisch bewerten und sauber dokumentieren, sonst drohen Rückfragen vom Finanzamt und im Zweifel Probleme mit der Bank, weil sich der Beleihungswert verringert.

2. Notar und Grundbuch: gut investiertes Geld

Ohne Notar kein Immobilienkauf – die Beurkundung ist gesetzlich vorgeschrieben. Für Beurkundung, Abwicklung und die Grundbucheintragungen zusammen kannst du mit etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises rechnen. Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind daher nicht frei verhandelbar. Dafür bekommst du Rechtssicherheit: Der Notar sorgt unter anderem dafür, dass du erst zahlst, wenn die Auflassungsvormerkung dich im Grundbuch absichert.

3. Maklerprovision: seit 2020 fair geteilt

Beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern an Verbraucher gilt: Wer den Makler beauftragt, muss mindestens die Hälfte der Provision tragen. In der Praxis teilen sich Käufer und Verkäufer die Courtage meist – üblich sind dann rund 3 bis 3,6 Prozent inklusive Mehrwertsteuer pro Seite, regional unterschiedlich. Die Provision ist verhandelbar, besonders bei Objekten, die schon länger am Markt sind.

4. Die gern vergessenen Posten

  • Gutachter/Sachverständiger: Eine Kaufbegleitung kostet je nach Umfang einige Hundert bis wenige Tausend Euro – und kann dich vor fünfstelligen Sanierungsüberraschungen bewahren.
  • Finanzierungsnebenkosten: etwa Kosten für die Grundschuldbestellung (in den Notar-/Grundbuchkosten enthalten, aber abhängig von der Darlehenshöhe) oder Bereitstellungszinsen beim Neubau.
  • Umzug, Renovierung, Erstausstattung: kein klassischer „Nebenkosten“-Posten, aber real – plane hier einen eigenen Topf ein.
  • Laufende Kosten ab Tag 1: Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Betriebskosten und Instandhaltungsrücklage gehören in deine Monatsrechnung, nicht in die Fußnote.

So planst du die Nebenkosten richtig ein

Checkliste

Position Betrag Fälligkeit Eigenkapital/Darlehen Belegqualität
Grunderwerbsteuer nach Bescheid aktueller Satz
Notar Kauf nach Rechnung Schätzung/Anfrage
Grundbuch nach Rechnung Schätzung
Grundschuld nach Rechnung Bank-/Notarangabe
Makler vertraglich Maklervertrag
Gutachten Auftrag Angebot
Auskünfte laufend Gebühren

Weitere mögliche Nebenkosten

  • Baulastenauskunft
  • Altlastenauskunft
  • Grundbuch- und Flurkartenauszüge
  • Bauakteneinsicht
  • Vermessung und Grenzfeststellung
  • Teilung oder Flurstücksbildung
  • Erschließungs- und Anschlussbeiträge
  • Genehmigungen und Nutzungsänderungen
  • Energieausweis oder Fachplanung
  • Umzug und Zwischenlagerung
  • Versicherungsanpassungen

Nebenkosten-Rechenmodell

Beispiel ohne Makler

Kaufpreis: 300.000 Euro

  • Grunderwerbsteuer beispielhaft 6,5 Prozent: 19.500 Euro
  • Kaufvertrags- und Grundbuchkosten geschätzt 1,6 Prozent: 4.800 Euro
  • Grundschuldkosten: 1.500 Euro
  • Gutachten und Auskünfte: 2.200 Euro

Gesamte Nebenkosten: 28.000 Euro beziehungsweise 9,3 Prozent.

Beispiel mit Käuferprovision

Zusätzliche Käuferprovision beispielhaft 3,57 Prozent: 10.710 Euro.

Gesamt: 38.710 Euro beziehungsweise 12,9 Prozent.

Die Werte sind Beispiele, keine verbindlichen Gebührensätze.

Von der Information zur Kaufentscheidung: Nebenkosten beim Hauskauf

Empfohlener Arbeitsablauf

  1. Entscheidungsfrage, Zielwert und Ausschlusskriterien festlegen.
  2. Belegte Werte, Annahmen und offene Punkte getrennt erfassen.
  3. Finanzielle und zeitliche Folgen in Basis- und Belastungsfall berechnen.
  4. Fachprüfungen, Bedingungen und nächsten Termin dokumentieren.
  5. Erst danach freigeben, nachverhandeln, anpassen oder stoppen.

Fachliche Grenze

Bezogen auf Nebenkosten beim Hauskauf: Bei offenen Genehmigungen, nicht erklärbaren Feuchtigkeits- oder Tragwerksrisiken, widersprüchlichen Flächen oder wertrelevanten Rechten sollte die Entscheidung bis zur fachlichen Klärung pausieren.

Autor

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