Dispokredit: Die teuerste Schuldenfalle vermeiden

von Falk Herrmann 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Der Dispokredit ist der teuerste „normale“ Kredit überhaupt. Bequem, weil immer da – aber genau das macht ihn gefährlich. Wer dauerhaft im Dispo lebt, verschenkt jeden Monat Geld an hohe Zinsen. Der Ausweg ist fast immer die Umschuldung plus konsequentes Ausgabenmanagement.

Warum der Dispo so teuer ist

Der Dispositionskredit ist eine eingeräumte Überziehungsmöglichkeit auf deinem Girokonto – ein jederzeit verfügbarer, unbesicherter Kredit. Für diese maximale Flexibilität verlangt die Bank sehr hohe Zinsen, häufig im zweistelligen Prozentbereich und damit ein Vielfaches eines Ratenkredits. Noch teurer wird die geduldete Überziehung, wenn du über den eingeräumten Dispo hinaus ins Minus rutschst. Solange du nur kurz und selten ins Minus gerätst, ist das verkraftbar; dauerhaft genutzt wird es zur Belastung.

Ein Rechenbeispiel

Größe Wert
Dauerhafte Überziehung 2.000 €
Dispozins (Beispiel) 12 % p. a.
Zinskosten pro Jahr rund 240 €

240 Euro im Jahr nur fürs Dauer-Minus – Geld, das ohne Gegenwert verschwindet. (Werte beispielhaft; deinen konkreten Dispozins findest du auf dem Kontoauszug oder im Preisaushang der Bank.)

Wann er zur Falle wird

Kritisch wird es, wenn das Konto Monat für Monat im Minus startet und der Dispo zum Dauerzustand wird. Dann zahlst du laufend hohe Zinsen, ohne die eigentliche Schuld zu senken – ein Kreislauf, der sich selbst verstärkt. Das ist dieselbe Mechanik wie bei jeder Schuldenspirale, die der Beitrag Schulden abbauen beschreibt.

Der Ausweg in drei Schritten

  1. Umschulden: Den Dispo durch einen deutlich günstigeren Ratenkredit mit fester Rate und Laufzeit ablösen.
  2. Ausgaben senken: Die Lücke schließen, die den Dispo überhaupt entstehen ließ – siehe Fixkosten senken und Sparen im Alltag.
  3. Puffer aufbauen: Mit einem kleinen Notgroschen verhinderst du, dass du beim nächsten unerwarteten Posten wieder in den Dispo rutschst.

Einordnung

Der Dispo ist als kurzfristige Überbrückung in Ordnung – als Dauerlösung ist er einer der teuersten Fehler im Privathaushalt. Wer ihn ablöst und die Ursache angeht, spart sofort spürbar Geld. Das komplette Haushaltssystem liefert der Haushaltsbudget-Guide aus der FALK Ratgeber-Bibliothek.

Quellen & Rechtsgrundlagen

§ 504 BGB (eingeräumte Überziehungsmöglichkeit / Dispositionskredit); § 505 BGB (geduldete Überziehung); Informationspflichten zum Dispozins. Unabhängige Einordnung u. a. bei der Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de). Gesetzestexte: gesetze-im-internet.de. Stand: 2026.

Häufige Fragen

Warum ist der Dispokredit so teuer?

Weil die Bank den Dispo als jederzeit verfügbaren, unbesicherten Kredit bereitstellt, verlangt sie dafür sehr hohe Zinsen – oft ein Vielfaches eines normalen Ratenkredits. Wer dauerhaft im Dispo ist, zahlt entsprechend viel.

Ab wann wird der Dispo zur Falle?

Wenn das Konto dauerhaft im Minus bleibt und der Dispo zur Normalität wird. Dann frisst der hohe Zins jeden Monat Geld, und es wird immer schwerer, wieder auf null zu kommen. Eine geduldete Überziehung über den Dispo hinaus ist meist noch teurer.

Wie komme ich aus dem Dispo heraus?

Meist hilft die Umschuldung in einen deutlich günstigeren Ratenkredit mit fester Rate und Laufzeit. Parallel die Ausgaben senken und den Dispo schrittweise zurückführen – sonst entsteht die Lücke gleich wieder.

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Die Inhalte dieses Beitrags dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Steuer-, Finanzierungs- oder sonstige Fachberatung.

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